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Wo man steht

Posted in Uncategorized with tags , , , on November 24, 2015 by kaimibre

Ein wesentlicher Nachteil der digitalen Welt ist die Aufwertung des Belanglosen.
Damit meine ich nicht allein die Trolle, die die Kommentarspalten füllen und auf Russia Today verweisen.
Nein, auch die Verbreitung von Veranstaltungen der sonderbaren Art wird durch Facebook enorm erleichtern, wenn nicht gar erst ermöglicht.
Jedes noch so kleines Detail unseres vergangenen Lebens kann so ohne große Mühe aufgewertet werden, indem eine Revival-Party ins Leben gerufen wird. Früher mussten Plakate geklebt werden und Flyer verteilt.
Doch wo hätte man in den 80iger Jahren Plakate für eine Tanzschulenerinnerungsabend für jetzt 40 jährige Personen aufgehängt?
Auf dem Wochenmarkt oder hätte es eine Anzeigenserie in der örtlichen Zeitung gegeben? Ich glaube nicht.
Jetzt in Zeiten der Erreichbarkeit und des dauerhaften Wiedertreffens alter Freunde werden einfach alle „Freunde“ per Facebook eingeladen. Auch die Transparenz ist jederzeit gegeben, da alle Zusagen, Vielleichts und Absagen im Netz stehen.
Doch was soll so ein „Revival“ leisten?
Muss ich dort, wie mit 15, Apfelkorn trinken und auf den Engtanz warten. Und wird auch noch die Musik von damals aufgelegt?
Warum nur?
Sicherlich ist der Reiz der Jugend groß und verheißt Unsterblichkeit und Freiheit. Aber das kann doch niemand mehr ernsthaft erwarten.
Ist es so schwer über 40 zu sein?
1986 machte mir das auch immens Spaß.
Man beachte das Präteritum im letzten Satz.
Heute machen mir andere Dinge immens Spaß, ist das nichts wert?
Das Argument, dass man die alten Leute trifft, finde ich ebenfalls nicht schlagkräftig, denn es wird ja einen Grund haben, warum man sich nicht mehr begegnet.
Veränderungen sind für viele Menschen eher unheilmlich als hoffnungsvoll und das Nebeneinander von verschiedenen Leben behagt leider nicht allen.
Eigentlich schade.
Dazu fällt mit spontan der Titel von Tocotronic ein: Bitte oszillieren sie.

Hetze und Gleichmut

Posted in Uncategorized on Oktober 22, 2015 by kaimibre

Nun jährt sich die Gründung der Gruppe der besorgten Bürger, die sich um Dunkeln durch Dreseden schleichen oder besser treiben lassen.
Doch was sie antreibt, wird immer noch nicht klar?
Machen wir es uns zu leicht, die dort Versammlten als eher dümmlich abzutun?
Sicher ist es leichter gegen etwas Ungewisses oder Neues zu sein.
Sicher sind in Sachsen besonders viele, die nicht genug Mumm/Grips haben oder hatten, die sich nicht davon gemacht haben, als die Rote Armee anmarschierte und die Mauer fiel.

Was bringt die Menschen in Dresden dazu sich dermaßen gegen Demokratie und freie Medien zu wenden.
Wie ist es zu erklären, dass die Begrifflichkeiten eines Goebbels benutzt werden, von „Stinknormalen“ Personen.

siehe hier:Pegida bei Licht,19.10.15, Quelle: http://www.freelens.com/wp-content/uploads/2015/10/RolandGeisheimer_20151019_Pegida_12_web.jpg

Eine Erklärung könnte sein, dass über Jahre hinweggesehen wurde, wenn Begriffe wie Volksverräter und Co. benutzt wurden, wenn Andere diffamiert und beleidigt wurden, wenn auf „die da Oben“ geschimpft wurde und wenn nicht differenziert wurde.
Anders formuliert, hat dieser Gleichmut gegenüber der Provokation durch die Nutzung des NS-Vokabulars und der Herabsetzung von Menschen, die irgendwie anders sind, dazu geführt, dass jetzt Menschen in aller Öffentlichkeit in Angst und Schrecken versetzt werden, von „stinknormalen“ „Bürgern“.

Was bleibt ist die Widerrede. Darin steckt schon die Rede, man spricht also mit den Hetzern. Man setzt ihnen Argumente entgegen, nimmt nicht einfach deren Schmähungen hin, sondern verweist auf Menschlichkeit, Offenheit usw..
Gefragt ist nicht eine Wohlfühlamosphäre, sondern das Aushalten von Differenz und das mutige Argumentieren gegen die Gleichmacher, die sich hinter einer Gemengelage von Symbolen verstecken, die eine christliche Leitkultur fordern, aber selbst nicht christlich handeln.

Seid mutig und standhaft für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit.
Hier etwas Motivation:

Wieder da?

Posted in Uncategorized with tags , , , on Oktober 16, 2015 by kaimibre

Sonderbar, wie man seine Schwerpunkte legt. Noch vor knapp 2 Jahren dachte ich das Bloggen mich durch das Leben begleiten kann.

Hat nicht funktioniert, aber warum?

Mich treibt immer noch viel um, vieles will überdacht und nicht einfach hingenommen werden, z.B. , Netzneutralität, PKWs,Familiäres, Texte, Musik und der Umgang mit Flüchtlingen, naja und dann PEGIDA.

Doch was ist  ein Blog, den keiner liest und niemand kommentiert, nicht das ich Trolle bräuchte, aber ein wenig Feedback.

Egal, nicht abschrecken lassen, oder?

Ich schreib einfach mal mehr.

Zum Beispiel bin ich wirklich entsetzt, wie konventionell und fast schon reaktionär so ein Welterfolg wie „Verblendung“ von Stieg Larson daher kommt. Der Hauptdarsteller als echter Journalisten-Kerl, nur der Wahrheit verpflichtet, hat auf nahezu jede Art Frau ein umwerfende Wirkung, ist aber zu keiner Familiengründung fähig. Ach wie öde. Und dann diese ach so abgefahrene Lisbeth.

Mal sehen was noch kommt.

Aber lesen sollte man lieber David Foster Wallace „Kurze Interviews mit fiesen Männern„, da wird einem etwas über den Menschen geboten. Auch sprachlich und formell wird nicht nur einfach nett erzählt, sondern aus verschiedenen Perspektiven das Leben beleuchtet, siehe z.B. „Adult World“ oder gleich der Opener mit dem Weg über die Leiter des Sprungturmes.

Oder wenn wir bei Gerechtigkeit bleiben, „Justiz“ von Friedrich Dürrenmatt.

So, nun genug gelabert.

„Im Zweifel für den Zweifel“

Kai

16/10/15

Freiheit im Verkehr

Posted in Uncategorized on März 31, 2014 by kaimibre

Wenn man das Freiheitsprinzip Hegels, welches Freiheit mit gegenseitiger Anerkennung verbindet, auf den Straßenverkehr der Bundesrepublik Deutschland 2014 anwendet, wird man dann fündig?
Oder, wer ist hier frei?
Der gemeine Autofahrer könnte „freie Fahrt für freie Bürger“ im Hinterkopf haben, sieht sich aber durch Verbote, Steuern, Fußgänger und Fahrradfahrer in seiner Freiheit beschränkt.
Der gemeine Fahrradfahrer bewegt sich frei durch die Stadt, fühlt sich bedrängt und eingeengt durch Regeln,z.B. STVO und hauptsächlich durch Autos physisch bedroht.
Doch was folgt daraus, meist gegenseitige Beschimpfungen: Kampfradler oder schlimmeres.

Jetzt wird aber das Fahrrad zum Life-Style Objekt.
Und so entsteht eine neue Einschränkung der Freiheit des Rades. Radfahren wird zum hippen Lebensgefühl und folglich zum Oberschicht Phänomen.
Räder werden teuerer und an immer neue Bedingungen, wie die „richtige“ Einstellung, geknüpft.

Vegane Radfahrer für eine bessere Welt“

Anerkennung bekommt nur der richtige Radfahrer.

Und wo bleibt die Freiheit?

Überwachung und Gleichmut

Posted in Uncategorized on Juni 22, 2013 by kaimibre

Welchen Sinn machen Überwachungsmaschinerien wie PRISM im Anbetracht der immerwährenden Tendenz der Menschen möglichst homogen zu sein?

Welches Erkenntnisinteresse hat die NSA oder der MI6?
Sind es die neuesten Vorortfrisuren, die neuesten Modetrends wie Hollister und Co.?

Verbirgt sich hinter dem Landhausstil und SUVs ein in stiller Übereinkunft zur Revolution?

Sind Mütter von 2 Kindern mit blondierten Haaren Femen?

Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass es die Nachfahren von Stasi und Gestapo es so leicht wie nie haben, Apple, facebook und Google sind perfekte Vorsortierungsgeräte für Informationen jeglicher Art.

Wie unterscheidet sich heute Privates vom Öffentlichen? Löst sich der bürgerliche Ansatz von der Trennung vom privaten, öffentlichen und staatlichen Raum immer mehr auf.
Wird Hannah Arendt Entwurf von totalitären Staat wahr, wenn über die Social Networks der Staat oder jeder ins das Private vordringen kann?

Das Schlimmste ist, dass es der homogenen Masse der Mitbürger völlig egal ist.
Solange die Konsum- und Eigentumsfreiheit nicht eingeschränkt wird, reagieren die vermeintlichen Individuuen nicht.

Freiheit im Politischen entsteht durch Handlung, meint Hannah Arendt.

Trinken?

Posted in Uncategorized with tags , , , , , on Juni 22, 2013 by kaimibre

Was heißt Trinken überhaupt? Oder besser was meint Trinken? Ist der gute Wein zum Essen im Stammrestaurant? Oder der Verzehr zahlloser Biere in Lokalen wie dem Schmalen Handtuch garniert mit Kurzen? Ist es das Bier auf die Faust auf dem Weg nach Haus?

Schaut man im Duden nach, oder moderner bei Duden.de, nach , findet man drei Unterpunkte, wovon zwei eindeutig mit dem Verzehr von alkoholischen Substanzen verbunden sind.

Lässt sich so schließen, dass die lebenswichtige Flüssigkeitszunahme auch immer irgendwie mit der Sehnsucht nach einem anderen Bewusstseinszustand verbunden ist? Also bedeutet „trinken“ in 2 von 3 Fällen sich betrinken. Sind also 2/3 der Menschen immer betrunken.

Schauen wir mal in die Literatur. Bei Hans Fallada wird mit Alkohol nicht gespart. Nicht das bei ihm „trinken“ positiv besetzt wäre, nein.

Aber es scheint schon eine Alltagserscheinung zu sein. Besonders die „Bösen“ trinken bei ihm sehr heftig. Ganz besonders gut zu erkennen in seinem Roman “ Jeder stirbt für sich allein“ 1947. Hier wenden sich vor allem die Nazis in Form von SS und SA massiv dem Akhohol zu. Dazu kommt noch eine Vorliebe für Allerlei Rohes, Dummes, Lautes und Brutales. Ähnlich ist es bei “ Bauern, Bonzen und Bomben“1931. Auch hier trinkt die Reaktion und die SA.

Wenn wir hier die 2/3 Quote des Duden anwenden sind wir bei einer recht hohen Zahl von Nazis im Deutschland der 30iger Jahre, was manchmal so scheint, aber selbst bei pessimistischen Schätzungen übertrieben scheint.

20 Jahre weiter schreibt wieder ein Mann über das Trinken. Jörg Fauser.

In „Rohstoff“ trinkt, kokst, und spritzt sich Harry Gelb durch die ausgehenden 60iger Jahre, spiegelt dabei geschickt den damaligen gesellschaftlichen Hype.

Doch nach allerlei Drogenexzessen landet er in Frankfurt beim Alkohol als Stammgast im „Schmalen Handtuch“. Aklohol wird hier zur milderen Form der Grenzerfahrung und wirkt auch als Katalysator für Kunst oder besser, er dient zur Erfassung der Realität, denn das Schreiben Harry Gelbs zielt auf einen Schmalen Grad zwischen Literatur und Journalismus.

30 Jahre weiter schreibt Thomas Melle in „Sickster“  über einen Manager mit „klapperden Fläschen“ im Sakko. Einer der Protagonisten, Thorsten, erträgt seine Welt in modernen Berlin nur mit dem besten aus der Minibar der nächsten Tanke. Vielleicht liegt es hier an an seinem Job für einen Tankstellenbetreiber. In diesem Job wird mit dem Vokabular der Betriebswirtschaft die Ausrichtung der Verkaufsdisplays des Getränkeangebotes des MiniShops verwissenschaftlicht. Klappernde Fläschchen im Sakko und Besuche auf der Toilette mit harten Saufattacken begleiten den Niedergang des bis dahin glorreichen Karriesisten. Der unschlagbare Manager verliert dann auch sämtliche Bindungen zu Ehre und Moral, indem er sich aus seiner Ehe in eine ruppige gesichtslose Affäre stürzt. Seine Frau wiederum landet zum Ende in der Psychatrie und lernt dort den gefallenen Genie Magnus kennen, welcher eine ferner Schulfreund des Fläschliebhabers Thorsten ist.
Auch hier ist das Trinken innerhalb der Gesellschaft fest verankert. Dies äußert sich über die von Alkohol und Drogen geprägten Schüler und Studentenparty, als auch in der Konzeption der Minibars der Tankstellen. Wobei der Widerspruch zwischen Tankstelle für nüchterne Autofahrer und Betankungsstelle für Alkoholjünger hingenommen wird. Das Trinken hat eine Brückenfunktion zum Eintritt in die Karriere bis zum Austritt bzw, Rauswurf bei Exzess. Er verbindet verschieden Ebenen des Lebens, ist sowohl Eintrittskarte, Mitgliedsausweis als auch Kündigungsgrund und auch Katalysator, der erst manche Möglichkeit erkennen läßt.

Benjamin Stuckrad Barre geht in seine Text anders vor.
Er schreibt aus der Sicht des Abstinenten. Zählt die Vorteile des Wassertrinkens auf und berichtet geschickt von der Ausgrenzung der Nichttrinkers.
Je weiter der Text fortschreitet, desto mehr verwischen sich die Grenzen. Ist das Ich wirklich froh nüchtern zu sein und zu bleiben? Was ist eine morgendliche Laufrunde im Tiergarten gegen eine durchzechte Nacht?

Tja, geht es nicht ohne Schnaps?
Schade, wenn nicht.

Klassiker der Comic-Literatur: Faustrecht als graphisches Erzählideal: Batman – Über Comics – FAZ

Posted in Uncategorized on Oktober 12, 2012 by kaimibre

Klassiker der Comic-Literatur: Faustrecht als graphisches Erzählideal: Batman – Über Comics – FAZ.

Ein selten klarer Text ohne SciFi oder Ähnliches von Dietmar Dath.

Leider zerreibt er sich an der Figur Robin zu sehr.

Er vernachlässigt die andere Seite Batman: Bruce Wayne.

Steht nicht er auch außerhalb des Gesetzes? Weil er reich und dadurch mächtig ist.
Ist das Prinzip Auge um Auge nicht auch heute immer noch das erste Prinzip der kapitalistischen Gesellschaft Amerikas?

Meinte nicht auch Georg Bush junior nach 9/11 Folter, Entführungen und Kriege ohne Rechtsgrundlage wären nötig um die Rogue-States zu besiegen?

Trotz aller Irrungen der Figur Batman hält sie nicht auch uns immer den Spiegel vor. Liegt in ihrem Bruch nicht auch die Krux unserer Gesellschaft. Der schmale Pfad zwischen Egoismus und Gemeinwohl zwischen Gewalt, Rache und Verzeihen!

Liegen Verzweifelung und Rache nicht dicht beeinander?

Batman zeigt aber leider nur selten wie es ohne das Faustrecht geht.